Annette Mertens: Coach, Bloggerin & Star Trek Fan

Annette Mertens Coach Cover inspirisiert.

Annette Mertens: Coach, Bloggerin & Star Trek Fan

Der Weg der Selbstständigkeit (als Coach in diesem Fall) ist und bleibt ein Weg der Freiheit. Das ist für mich inzwischen so selbstverständlich wie das Amen in der Kirche. Und zwar allen Widrigkeiten und Existenzunsicherheiten zum Trotz.

Auch meine Interviewpartnerin Annette hat diesen Weg gewählt, der fast schon etwas metaphysisch anmutet: Als freiberuflicher Systemischer Coach kümmert sie sich um Menschen, die in ihrem Leben feststecken, weil sie irgendwo auf dem Weg ihr Navi für den eigenen glücklichen Weg verloren haben. Und indem Annette auf diese Weise wirkt, hat sie tatsächlich selbst ihr Navi für den eigenen Glücksweg wiedergefunden.

 

Gerade, wenn du dich derzeit irgendwie verloren fühlst und das Gefühl hast, dich nur im Kreis zu drehen, dann ist dieser Beitrag speziell für dich gedacht.

 

Annette Mertens

Annette ist freiberuflicher Systemischer Coach und Bloggerin auf Ruhrköpfe, wo sie uns mit Porträts inspirierender Dortmunder Persönlichkeiten versorgt. Du findest ihr Angebot zur ganzheitlichen Selbstfindung auf annettemertens.de.
Statte ihr auch einen Besuch auf Facebook oder Twitter ab.

Foto © passionpictures.de

 

Erzähl uns als erstes etwas über dich. Das können Details sein wie Name, Alter, Wohnort, Herkunft, derzeitige berufliche Situation und was dir sonst noch so einfällt.

Hallo, mein Name ist Annette Mertens. Ich lebe und arbeite in Dortmund als freiberuflicher Systemischer Coach und Diplom Sozialarbeiterin. Parallel schreibe ich seit etwas über zwei Jahren regelmäßig Portraits für meinen Blog Ruhrköpfe – über spannende Menschen aus Dortmund und Ruhrgebiet und berichte über interessante Neuigkeiten aus der Region. Außerdem bin ich gebürtige Dortmunderin, Läuferin und Motorradfahrerin, Yogi, so oft es geht auf Reisen, Mitglied im flämischen BVB-Fanclub Rupelborussen und Star Trek-Fan, Forscherin und halte immer die Augen offen für Dinge, die ich unbedingt noch erleben will. Ich hinterfrage gerne. Weil Menschen etwas aus Gewohnheit oder Tradition auf eine gewisse Weise machen, so muss es nicht für alle Zeit zwangsläufig richtig sein.

Mein Motto: Life is short – take the scenic route.

Das Leben ist kurz und zu kostbar, um es langfristig mit Dingen zu verplempern, die uns nicht gut tun. Keiner weiß, wie viel Zeit uns tatsächlich bleibt. Eine Lektion, die ich gelernt habe, nachdem bereits ein paar enge Freunde plötzlich und unerwartet viel zu jung verstorben sind. Nichts steht geschrieben stammt aus dem sehr alten Film „Lawrence von Arabien“, denn möglich ist, was wir für möglich halten. Ohne diese Haltung wäre ich heute weder Systemischer Coach, Motorradfahrerin oder Reiseberichts-Autorin, noch würde ich meine Bilder ausstellen. Und diesen Blog gäbe es wohl auch nicht.

Für einen ersten Eindruck genug, oder?

 

Du bezeichnest dich selbst auf deiner Webseite als Systemischer Coach. Was genau können wir uns darunter vorstellen?

Meine Arbeit als Systemischer Coach lässt sich gut mit einem Navi vergleichen: Ohne Zieleingabe zeigt es nur die Straße, auf der du dich gerade befindest. Sobald du aber ein Ziel eingibst, führt dich das Navi inklusive geschätzter Ankunftszeit, Gesamtdistanz, möglicher Verkehrsbehinde-rungen oder auch interessanten Wegpunkten zum Ziel. In einem Coaching geht es zunächst darum, die Aufmerksamkeit umzulenken: weg von dem, was dich belastet, hin zu neuen Optionen, Perspektiven bzw. Zielen. Schritt für Schritt erarbeite ich anschließend gemeinsam mit dir einen  für dich  gut umsetzbaren Weg dorthin.

Auf meiner Website formuliere ich es so:

Geht es Ihnen gut?

Führen Sie ein erfülltes Leben?

Ja? Gut so!   

Falls nicht, sind Sie bei mir genau richtig. Ich unterstütze Sie als Systemischer Coach auf dem Weg zu Ihrem Ziel  einem erfüllten Leben beruflich und privat.

Wo möchten Sie gerne hin?

 Wenn Sie es noch nicht so genau wissen, erarbeiten wir gemeinsam Ihr konkretes Ziel.

Haben Sie das Gefühl, in Ihrem Leben beruflich oder privat nicht weiter zu kommen?   

Drehen Sie sich im Kreis?  

Sind sie unzufrieden?   

Haben Sie Ärger mit Mitarbeitern/Kollegen/Vorgesetzten/Freunden oder Ihrem Partner?

Sind Sie gestresst und angespannt?  

Macht Ihnen Ihre Arbeit keinen Spaß?  

Fühlen Sie sich wie in einer Endlosschleife?

Denken Sie über einen beruflichen oder privaten Neubeginn nach?

Dabei begleite und unterstütze ich Sie mit meinem Blick von außen mit all meiner Erfahrung, meinem Fachwissen und meiner langjährigen Kompetenz als Systemischer Coach und Sozialarbeiterin.

Für alle, die es genauer wissen möchten, zitiere ich einen Auszug aus meiner Diplom-Arbeit:

Als systemischer Coach arbeite ich mit den Grundlagen des systemischen Ansatzes. Diese haben sich aus diversen Wissenschaften entwickelt. Die Wichtigsten sind dabei die System- und Kommunikationstheorie sowie die Kybernetik.

Der Begriff  „System“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „Zusammenstellung“. Allgemein erklärt meint es, ein aus Teilen bestehendes zusammenhängendes Ganzes oder auch einen ganzheitlichen Zusammenhang von Dingen, Vorgängen oder Teilen. 

Der systemische Ansatz sieht das Verhalten von Menschen zueinander entsprechend im Zusammenhang mit den für sie wichtigen Beziehungen zu anderen.

Jeder Mensch ist Element eines Systems bzw. Subsystems im übergeordneten System der Gesellschaft und steht ständig in Wechselwirkung mit anderen Subsystemen (Kollegen, Vorgesetzte, Familie, Partnerschaft, Freunde, Verein usw.). Jeder Aktion folgt aktiv oder passiv eine Reaktion. Der Mensch ist im übertragenen Sinne Teil eines Mobiles. Jedes Teil des Mobiles ist mit einem anderen verbunden. Gerät eines der Teile in Bewegung, geraten alle in Bewegung. 

Diese Art der ganzheitlichen Betrachtung führt zum Erkennen und Verstehen von Problemsituationen. Hieraus lassen sich die entsprechenden Veränderungen hinsichtlich einer Verbesserung erarbeiten.

(Quelle: Annette Mertens, Die Relevanz systemischer Konzepte in der sozialen Arbeit, 1999)

 

Lebst du mit deiner jetzigen Tätigkeit deinen Lebenstraum? Wann hat sich in deinem Leben herauskristallisiert, was du wirklich willst?

Den Traum von der Selbstständigkeit hatte ich bereits beim Start ins Berufsleben. Mir fehlte lange Zeit sowohl die Idee als auch der Mut, um die vermeintliche Sicherheit des Angestelltenverhältnisses aufzugeben. Erst als die Situation für mich absolut unerträglich wurde und sich nur noch wie eine perspektivlose Endlosschleife anfühlte, habe ich meine Festanstellung als Sozialarbeiterin gekündigt.

 

Besonders spannend finde ich deinen Blog Ruhrköpfe, auf dem du Menschen vorstellst, die einfach zufrieden sind mit dem, was sie tun. Wie bist du auf die Idee gekommen?

Durch ein Portrait, das ich zunächst auf einer anderen Plattform als Versuch veröffentlicht hatte. Schnell kristallisierte sich heraus, dass ich das mit einem eigenen Blog unbedingt fortsetzen möchte, weil ich mir so einen Blog mit Mut machenden Portraits in meiner schwierigen Entscheidungsphase gewünscht hätte.

 

Ruhrköpfe Header

 

Gibt es eine Geschichte auf Ruhrköpfe, die dich besonders berührt hat und die du uns ans Herz legen möchtest?

Alle Menschen, über die ich bisher geschrieben habe, berühren mich auf die eine oder andere Art. Daher gibt es keine Favoriten. Denn erst wenn mich eine Geschichte berührt, schafft sie es als Portrait in die Ruhrköpfe.

 

Mit welchen Hindernissen hattest du auf deinem bisherigen Weg zum Lebenstraum zu kämpfen?

Die eigene Angst vor dem Schritt in die Selbständigkeit, die damit verbundene existenzielle Unsicherheit und die Warnungen einiger Menschen aus meinem sozialen Umfeld stellten die schlimmste Blockade dar.

 

Hast du bestimmte Stabilitäten in deinem Leben aufgeben müssen, um dort zu sein wo du heute bist?

Die Stabilität eines sicheren, regelmäßigen Einkommens als Angestellte, ebenso die scheinbare Sicherheit auf eine ausreichende Altersrente, wobei auch als Angestellte  trotz aller Zusatzversicherungen  die Existenz-Sicherung im Alter ungewiss ist.

 

Was bedeutet Freiheit für dich? Welche Vorstellungen oder Gefühle verbindest du mit diesem Begriff?

Freiheit gehört zu meinen wichtigsten Werten und bedeutet für mich eigenverantwortliches Denken und Handeln. Erst die Freiheit als Selbstständige hat mir eine Entwicklung und Reifung meiner Persönlichkeit ermöglicht, die unbezahlbar ist. Fremdbestimmung durch Vorgesetzte und/oder Chefs, besonders, wenn es sich um Vorgaben handelt, die absolut keinen Sinn ergeben, waren für mich im Angestelltenverhältnis immer schwer aushaltbar. Über viele Jahre hatte ich das Gefühl der Gängelung und Einengung.

 

Welche Rolle spielt Geld in deinem Leben? Musstest oder musst du dich oft mit Geldsorgen herumschlagen?

Geld ist Mittel zum Zweck und bedeutet für mich Freiheit. Es gab und gibt immer mal Zeiten, in denen ich mit wenig Geld auskommen muss, doch für die Existenzsicherung, wie ein gefüllter Kühlschrank, Unterkunft, Strom- und Heizkosten war immer genug da. Das ist das, was wirklich zählt. Alles andere spielte sich nur in meinem Kopf ab, wenn ich mir Sorgen um ungelegte Eier machte.

 

Wo siehst du dich selbst in 5 Jahren? Was willst du noch erreichen?

Soweit plane ich nicht, denn es kommt eh immer alles ganz anders. Das ist die Würze des Lebens. Es wäre furchtbar, wenn ich heute schon wüsste, was morgen passiert.

 

Was ist dein Tipp für jemanden, der einfach nur gerade unzufrieden mit seinem Leben ist? Wo sollte man mit dem Aufräumen anfangen?

Bei sich selbst! Hinterfrage all deine Werte. Welche davon sind überhaupt deine und welche hast du von anderen unkritisch übernommen?

Drehe jeden Bereich deines Lebens auf links. Wer oder was tut dir gut? Wer oder was schadet dir und belastet dich? Weshalb belastet es dich? Wie kannst du es ändern? Wovor hast du Angst und was würdest du tun, wenn du diese Angst nicht mehr hättest?

Was würdest du (beruflich) tun, wenn Geld bei deiner Entscheidung keine Rolle spielen würde bzw. immer genug davon da wäre? Was wäre dir wichtig, wenn du wüsstest, dass du nur noch zwei Jahre zu leben hättest? Welche Ressourcen hast du? Wer kann und will dich unterstützen? Darüber habe ich übrigens kürzlich in meinem Blog geschrieben, schau gerne mal rein.

 

Annette Bike

 

Eine Ausbildung oder ein Studium sind nützliche Hilfestellungen auf dem Weg ein fachkundiger Coach zu werden, keine Frage. Richtig authentisch wird man aber erst, wenn man die Phase, über die man anderen Menschen hinweghelfen will, selbst durchgemacht hat. Annette verfügt über ersteres und kann über zweites ein Lied singen – ich sage „Hut ab“ vor ihrem Lebensweg.

 

Steckst du gerade fest und siehst den Ausweg nicht? Dann könnte dir ein Gespräch mit Annette helfen. Kontaktiere sie am einfachsten über ihre Homepage. Teile uns auch gerne deine Gedanken zum Interview mit, indem du sie einfach in die Kommentare schreibst. Wir freuen uns über dein Feedback! 🙂

 

Pictures © Annette Mertens

 

 

 

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  • #Rollenwechsel – „Ruhrköpfe, zum Interview bitte!“ | Ruhrköpfe
    Juli 9th, 2016 at 10:20 am

    […] Bloggerin Anja aus Berlin schreibt über Menschen, die ihre Träume leben.  Kürzlich stellte sie mir 11 Fragen. Meine  Antworten findet ihr auf ihrem Blog http://www.inspirisiert.de. […]

    Reply
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    Arno von Rosen
    Juli 9th, 2016 at 11:11 am

    In den Antworten erkenne ich mich teiweise ebenfalls. Schönes Interview, vielen Dank!

    Reply
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      Anja
      Juli 9th, 2016 at 12:30 pm

      Danke für deinen Kommentar, Arno, ich freue mich, dass Annettes Interview dich inspiriert! 🙂

      Reply
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        Annette
        Juli 10th, 2016 at 10:34 am

        merci euch beiden 🙂

        Reply
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    Deine Christine!
    Juli 9th, 2016 at 1:42 pm

    Hallo Anja!
    Annettes Blog verfolge ich schon länger und finde es heute einmal richtig, richtig gut, mehr über sie zu erfahren…. vielen lieben Dank dafür.
    Liebe Grüße

    Reply
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      Annette
      Juli 10th, 2016 at 10:33 am

      merci, liebe Christine 🙂

      Reply
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      Anja
      Juli 10th, 2016 at 2:25 pm

      Hallo Christine,
      da gebe ich dir Recht, es wurde Zeit, dass Annette nun auch mal „hinter der Kamera“ steht. 🙂
      LG!

      Reply
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        Annette
        Juli 11th, 2016 at 8:15 am

        danke, liebe Anja, ich habe es sehr genossen 🙂 Liebe Grüße, Annette

        Reply
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    Anna-Lena
    Juli 9th, 2016 at 2:51 pm

    Ich verfolge Annettes Blog schon sehr lange, weil er mir in seiner Vielseitigkeit gefällt.
    LG Anna-Lena

    Reply
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      Annette
      Juli 10th, 2016 at 10:33 am

      merci, liebe Anna-Lena 🙂

      Reply
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      Anja
      Juli 10th, 2016 at 2:26 pm

      Danke für deinen Kommentar, liebe Anna-Lena, Annettes Blog steht nun definitiv auch ganz oben auf meiner Leseliste! 🙂
      LG!

      Reply
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        Annette
        Juli 11th, 2016 at 8:16 am

        darüber freue mich sehr 🙂

        Reply
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    Alexandra
    Juli 9th, 2016 at 11:49 pm

    Allerdings, ein schönes Interview. Annettes Blog sieht auch interessant aus.

    Reply
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      Anja
      Juli 10th, 2016 at 2:27 pm

      Danke für deinen Kommentar, liebe Alexandra, ich freue mich, dass dir das Interview gefällt. 🙂
      LG!

      Reply
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        Annette
        Juli 11th, 2016 at 8:17 am

        danke euch beiden 🙂 Liebe Grüße, Annette

        Reply
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    Annette
    Juli 10th, 2016 at 10:33 am

    danke, liebe Anja, für die tollen Fragen, hat Spaß gemacht 🙂 Liebe Grüße, Annette

    Reply
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      Anja
      Juli 10th, 2016 at 2:29 pm

      Ich danke DIR, dass du dich für ein Interview zur Verfügung gestellt hast! 🙂
      Du bist definitiv auch eine Inspiration für mich und wie ich den viiielen Kommentaren entnehmen kann, auch für einen großen Batzen anderer Menschen! 🙂

      Reply
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        Annette
        Juli 11th, 2016 at 8:18 am

        merci <3 jetzt bin ich ganz gerührt, seufz 🙂

        Reply
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    Blumenstein Ernst
    Juli 12th, 2016 at 11:44 am

    Auch ich verweile oft auf Annettes ‚Ruhrköpfe‘ und finde ihre Portraits spannend. Vielen Dank für dieses interessante Interview. Ernst

    Reply
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      Annette
      Juli 15th, 2016 at 8:53 am

      merci, lieber Ernst, freut mich sehr 🙂 Liebe Grüße, Annette

      Reply
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      Anja
      Juli 15th, 2016 at 6:25 pm

      Danke dir Ernst, ich freue mich, dass die das Interview gefällt! 🙂
      -Anja

      Reply

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