Wtf? Dinge, die ich nicht beschreiben kann

Spiritualität wtf Cover

Wtf? Dinge, die ich nicht beschreiben kann

Achtung – ich packe jetzt erneut die Spiritualitätskeule aus (= wtf). Wer lieber den bodenständigen bzw. praktischen Teil von inspirisiert. mag, der lese jetzt mal weg.

Ich veröffentliche nun einen Artikel, den du vielleicht nicht verstehen wirst. Und das ist okay, ich verstehe ihn nämlich auch nicht.

(Tolle Voraussetzung, oder? :D)

Nunja – zumindest auf rationaler Ebene. Wenn nun speziell du aber verstehst, bzw. dich meine Worte auf irgendeiner Ebene berühren, dann bist du sozusagen mein Partner-In-Crime. Für einen Kommentar wäre ich dir in diesem Fall sehr dankbar!

 

Eine spirituelle Erfahrung, was ist das eigentlich?

Manche Dinge in dieser Welt kann man nicht erklären (= wtf)

Nicht mit Worten. Du kannst sie vielleicht umschreiben – ja, aber du kannst sie nicht in ihrem Kern fassen. Das ist ein bisschen so wie eine Übersetzung vom Deutschen ins Englische (oder wenn’s gar nicht funktioniert, auch vom Hindi ins Deutsche, bei ganz schlechten Bollywood-B-Movie-Übersetzungsproduktionen. Glaub mir, das willst du nicht sehen…)

Manche Dinge kannst du nur erfahren. Du kannst sie nur spüren. Und manchmal bist du so überwältigt, dass du sie gar nicht fassen kannst. Weil sie absolut neu für dich sind und etwas in dir lösen, verändern und dich als Ganzes auf eine andere Ebene zu transportieren scheinen.
Plötzlich siehst du Dinge. Du verstehst Dinge. Du siehst Zusammenhänge, die vorher nicht da waren, du verstehst, warum du genau dieser Mensch bist, der du bist und du verstehst, warum du all diese Phasen in deinem Leben durchmachen musstest. All diese Schmerzen, diese Verwirrungen, diese Emotionen, für die du dich vielleicht einmal geschämt hast, diese Entscheidungen, die du vielleicht irgendwann mal als falsch erachtet hast.

Und dann sind da Dinge und Konzepte, die du nicht mehr verstehst. Wörter, deren Bedeutung sich geleert haben. Du versuchst sie zu greifen, aber es kommt nichts dabei raus. Du weißt, dass du irgendwann mal einen Traum hattest, ein Ziel, dass du erreichen wolltest… Aber irgendwie weißt du gar nicht mehr, was dieses Konzept bedeutet. Dieses Gefühl ist keineswegs negativ behaftet. In der Tat scheint es gar keine Ausrichtung zu haben. Es ist einfach da.

 

Wtf just happened?

Ich weiß nicht, was da passiert ist. Ich kann nur sagen, dass ich in den letzten paar Tagen einen regelrechten inneren Sturm durchgemacht habe, der einfach alles komplett umgeworfen hat. Wtf auch immer alles ist. Es fühlt sich auch nicht an, als wären das nur ein paar Tage gewesen, sondern vielmehr eine Ewigkeit und dann doch wieder nicht. Ich kann mich kaum erinnern.

(Und nein, ich habe kein Meth genommen, falls du das jetzt befürchtest. Ich hab sogar meinen bescheidenen Zigarettenkonsum unbewusst komplett eingestellt. Ich habe das Rauchen schlicht und einfach vergessen. Von der Nahrungsaufnahme will ich gar nicht erst anfangen…)

 

Ich verstehe eigentlich nichts und doch habe ich das Gefühl, dass alles selbstverständlich ist.

 

Ursprünglich wollte ich nur meine Pläne aktualisieren und ausweiten. Einen genauen Jahresplan erstellen, damit ich schneller vorankomme und endlich meine Ziele erreiche. Ich habe das auch ganz gut hinbekommen. Aber ein bisschen Unruhe ist geblieben. Ich war mir nicht sicher, ob ich manche dieser Dinge wirklich wollte. War es wirklich mein Wunsch, ständig und immer jedes coole Event, jede Vernissage und whatsoever mitzunehmen? Warum klappte das dann nie? Warum hatte ich dann so oft doch das Bedürfnis, mich wieder zurückzuziehen?

Also habe ich weitergemacht. Ich habe ausführlich Vergangenheitsbewältigung betrieben. Ich habe für jede Phase meines Lebens alles notiert, was mich glücklich gemacht hat. Und siehe da – ich habe herausgefunden, dass alleine sein ein ganz fundamentaler und wichtiger Faktor in meinem Leben ist. Ich brauche meine Momente, in denen ich ganz für mich bin.

Na dann, hast du ja alles, sollte man denken. Theoretisch ja, aber es verlangte mich nach mehr. Ich wollte verstehen, warum ich die bin, die ich bin. Warum ich genau diese Charakterzüge besitze, die ich besitze, warum ich gewisse Bedürfnisse habe und warum nicht.
Also bin ich noch tiefergegangen. Ich habe Muster entdeckt, die sich in meinem Leben immer wiederholt haben. Es hat sich alles erklärt, fast schon von selbst, ich brauchte gar nicht darüber nachdenken. (Ich will an dieser Stelle nicht zu sehr ins Detail gehen, da all diese Dinge höchst persönlich und von Grund auf in meinen Kern gehen.)

 

Und ab dann haben sich die Dinge einfach überschlagen, noch mehr als vorher schon.

 

Ich habe plötzlich so viel verstanden und vor allen Dingen konnte ich meine Existenz erkennen. Als würde ich mich zum ersten Mal klar und deutlich im Spiegel sehen. Andere Dinge von noch größerer metaphysischer Bedeutung gewannen an Klarheit hinzu und plötzlich scheint einfach alles auf einmal aufgebrochen zu sein. Mein Herz spricht so klar und deutlich zu mir, als hätte ich direkten Zugriff darauf.

 

Ist die Selbstakzeptanz der Schlüssel?

Um mal wieder etwas analytischer zu werden: Möglicherweise ist das das Resultat einer radikalen Selbstakzeptanz.
Ich beschäftige mich nun schon seit einigen Jahren mit mentalen & spirituellen Praktiken, habe auch einiges bereits verinnerlicht. Was mir in der Theorie klar war, ist die Sache mit der Selbstakzeptanz. Natürlich wollen wir das alle. Und ich hatte auch das Gefühl, eigentlich ganz gut bei mir angekommen zu sein. Trotzdem gab es Träume. Ein paar Kilo abnehmen, ein bisschen mehr Geld verdienen, ein Buch veröffentlichen oder endlich mal nach Japan reisen oder was auch immer.

Wenn du dich aber radikal selbst liebst, dann wird das alles hinfällig! Ich habe das nie verstanden, weil ich immer der Meinung war, Ziele im Leben haben zu müssen. Aber wenn du dich akzeptierst, dann verliert das ganze Konzept an Bedeutung.

Dann zählt nur noch das Sein. Nicht mal mehr das Jetzt.

 

Nur noch das Sein.

 

WTF just happened? Wenn du mich in irgendeiner Weise verstehen kannst, dann unbedingt das Kommentarfeld nutzen, es beißt nicht. Wenn du mich nicht verstehen kannst, dann bitte einfach lächeln, nicken und als eine meiner komischen Eigenheiten abtun! 🙂

 

 

 

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    Lydia
    Juli 14th, 2016 at 11:41 pm

    Das klingt richtig gut! Ein schöner Gedanke, dass Ziele hinfällig werden. Wo doch alle immerzu davon reden. Ich merke auch gerade immer mehr, was ich alles nicht brauche und nicht muss…

    Bin gespannt, was noch so passiert bei Dir. Halt uns mal auf dem Laufenden hier.

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      Anja
      Juli 15th, 2016 at 6:24 pm

      Danke für deinen Kommentar, liebe Lydia! 🙂
      Vielleicht befinden wir uns auch gerade in einer sehr speziellen Zeit…
      Ich halte euch auf dem Laufenden, derzeit passiert allerdings täglich so viel, dass ich kaum selbst mit dem Verarbeiten zurechtkomme.
      LG und Danke – Anja

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    Sabrina
    Juli 15th, 2016 at 5:56 pm

    Ich liebe Deine Spiritualitätskeule und bin da völlig mit dir. What the fuck trifft es da wohl ganz gut. Natürlich steckst du in deiner völlig eigenen Situation mit deinen eigenen Prägungen und Erfahrungen, aber hey, irgendwas passiert momentan… und ich bin froh, dass auch du offensichtlich siehst, dass man diese Dinge nicht mehr so einfach in „menschliche“ Worte fassen kann. Ich bin jetzt 35 und beschäftige mich seit ich denken kann mit Spiritualität und Wachstum, aber eine derart herausfordernde Phase wie in den letzten Wochen hatte ich seit meiner Teenagerzeit nicht mehr. Alles dreht sich. Alle Denkmuster stellen sich auf den Kopf. Alles verschiebt sich. Zum besseren wohl am Ende. Aber gerade erschöpfend. Ich weiß nicht so genau, was ich mit diesem Kommentar ausdrücken will- vielleicht am ehesten so etwas wie: Ich verstehe dich, ohne dich zu verstehen und bin einfach happy, dass ich nicht die einzige bin, die gerade nur noch WTF denkt.
    Alles Liebe,
    Sabrina

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      Anja
      Juli 15th, 2016 at 6:22 pm

      Viiielen Dank für deinen Kommentar!!!
      Ich verstehe so ziemlich genau, was du meinst und ganz offensichtlich verstehst du mich auch!
      Wie du schon sagst, das ist etwas, was sich nicht in Worten ausdrücken lässt, aber man es trotzdem irgendwie versteht und vor allem auch sieht, wenn es jemand anderem genauso ergeht. Macht keinen Sinn, aber du weißt, was ich meine! 😛
      Du bist jetzt die zweite Person, die ich „treffe“ und auf dieser Ebene gerade genau dasselbe durchzumachen scheint. Irgendwas wandelt sich alles und zwischen Überwältigung, Verwirrung und kompletter Erschöpfung weiß ich doch, dass es wunderbar ist.
      Ganz liebe Grüße – Anja

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    Chrissi
    August 24th, 2016 at 12:53 pm

    Puh. Ich weiß jetzt gerade nicht recht, ob ich das alles verstanden habe, aber einen Kommentar wollte ich dir trotzdem dalassen. Das wird jetzt vermutlich auch ein wenig zusammenhangloses Durcheinander, weil ich nicht recht weiß, wie ich alles in Worte fassen soll…

    Die Erfahrung, die du gemacht hast; dieses tiefe Graben durch dein Leben, hat mich berührt.
    Allerdings habe ich auch sofort eine Art Abwehrhaltung in mir gefühlt – ich weiß nicht, ob ich das machen wollen würde (obwohl es nichts schlimmes zu finden gibt ;)).
    Andererseits klingt deine Erfahrung so intensiv, dass ich das auch erleben möchte.
    Hmm…

    Deinem letzten Absatz gegenüber bin ich zwiegespalten.
    Ich persönlich finde Ziele nämlich (inzwischen) sehr wichtig – sie treiben mich an.
    Allerdings finde ich deinen Ansatz, dass alles hinfällig wird, sobald man sich akzeptiert und nur noch IST, ebenfalls ganz spannend.

    ich glaube, die Mischung machts: Wer Ziele hat, sollte sich klar machen, dass das Leben nicht schlechter wird/man selbst schlechter ist, wenn sich eines oder mehrere davon nicht erfüllen. Wer keine hat und mit sich selbst im Reinen ist, hat sich vielleicht genau dieses Ziel erfüllt?!
    Ich weiß es nicht. Aber du hast mich zumindest wiedermal zum Nachdenken angeregt.

    Also, immer gerne wieder her mit der Spiritualitätskeule! 😀

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